Besuch im AÜW

Ein Besuch im Allgäuer Überlandwerk in Kempten

Am Montag, 19.11.12, besuchten die 22 Kinder der Klasse 4a und 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9bm der GSMS Dietmannsried zusammen mit ihren Lehrkräften Frau Lumpe und Herrn Horeth das Allgäuer Überlandwerk in Kempten.

Um 8:10 Uhr machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in die Stadt. Um 8:30 Uhr begrüßten uns die Mitarbeiter des AÜWs Frau Siegel und Herr Wagner im Informationszentrum in der Illerstraße. Die Neuntklässler beschäftigten sich zunächst eingehend mit Fragen zur Stromversorgung in Deutschland, dem Energieverbrauch von Haushaltsgeräten und Tipps zum Energiesparen. Auf dem „Energiefahrrad“ erstrampelten sie durch eigene Leistung den Strom. Manuel Sauer und Herr Horeth schafften dabei in einer Minute sogar die Spitzenleistung von über 10 kWs! Die Klasse 4a wurde inzwischen von Herrn Wagner durch die Turbinenhalle geführt. In der „Warte“ hörten wir einiges über die Geschichte des Wasserkraftwerks, das seit 1901 in Betrieb ist. Bereits seit 1926 – wie auch heute – mit 4 Turbinen.  Herr Wagner erklärte uns auch die Instrumente an der Schalttafel. Wir erfuhren, dass abhängig vom jeweiligen Wasserdurchfluss, bis zu 4 Turbinen gleichzeitig in Betrieb genommen werden. Jede Turbine hat einen eigenen Zähler, an dem die erzeugte Strommenge abgelesen werden kann. Natürlich verbrauchen die Generatoren selbst auch etwas Strom. Ganz genau sahen wir uns den Aufbau der Turbine an. Durch sogenannte Leitschaufeln fließt das Wasser über eine Fallhöhe von 3,5 Metern am Rotor vorbei. Besonders interessant war es für uns, als wir in den Turbinenraum hineingehen und uns die Triebwelle ganz aus der Nähe ansehen durften. Im Außenbereich des Kraftwerks sahen wir die Staumauer und den Kranwagen mit dem Rechen, der den Zufluss zu den Turbinen von Blättern und Ästen säubert. Wir erfuhren, dass sich von Zeit zu Zeit auch Biber bis hierhin verirren. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, zeigte uns Herr Wagner, wie hoch das Wasser beim letzten Hochwasser 2005 stand – unsere Füße wären hier sehr nass geworden. Nach einer Brezenpause (mmh, lecker!!!) tauschten die beiden Klassen. Während die Klasse 9bm nun durch die Halle geführt wurde, beschäftigten sich die Kinder der Klasse 4a zusammen mit Frau Siegel mit dem Energieverbrauch beim Wasserkochen, verschiedenen Leuchtmitteln und den Tipps zum Stromsparen. Der Ausbau von regenerativen (= erneuerbaren) Energiequellen wird dabei immer wichtiger. In Deutschland werden bisher 16,5 % der benötigten Energiemenge aus diesen alternativen Quellen gewonnen, das Allgäu liegt bereits bei knapp 28 %. Der Ausbau muss bis zum endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie noch weiter vorangetrieben werden. Dazu muss es aber auch Speichermöglichkeiten für überschüssig gewonnenen Strom geben. Hier sind die Techniker und Forscher von morgen gefragt…
Herr Wagner passte den Inhalt der Führung durch die Turbinenhalle für die Klasse 9bm altersgemäß an. Wir erfuhren Details über die Getriebeumsetzung zwischen Turbine und Generator, sowie die neuen Schwierigkeiten, zur passenden Zeit die passende Strommenge zur Verfügung zu haben. Das Energiekontingent wird im 15minuten-Takt geplant, weshalb mit Zunahme der regenerativen Energien der Wetterbericht immer wichtiger wird, denn Wind, Temperatur, Wolken usw. tragen zur Schwankung der gewonnenen Energiemenge bei und müssen dann durch Zukauf ausgeglichen werden. Dies erfordert heute einen deutlich höheren Arbeitsaufwand, als bei Atomenergie, die konstant zur Verfügung steht. Am Ende entstand noch eine kurze Diskussion über Einsparmöglichkeiten, neue Wege bei der Energiewende und das Umdenken in der Bevölkerung, langfristig zu denken, denn eine (teure) Investition von energiesparenden Geräten rechnet sich beim steigenden Strompreis bereits schneller, als man erwartet. Die Führung war ein gelungener Auftakt für die Teilnahme am Energiewende-Wettbewerb des AÜW, der in diesem Schuljahr für die Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien ausgeschrieben ist.

Wir danken den Mitarbeitern des Allgäuer Überlandwerks für diesen kurzweiligen und sehr informativen Vormittag und natürlich für die Butterbrezen. Bis bald, …

(Bericht: B.Lumpe, F. Horeth)

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